Karrenweg zum Goldschatz
Der Zufall führte im Jahr 1630 erstaunlich Regie: Auf dem Rohrberg hoch über Zell am Ziller wurde ein reicher Goldfund gemacht, der den seit 1506 recht einträglichen Goldbergbau nebenan auf dem Hainzenberg weit zu übertreffen versprach.Darob flammte wieder einmal der Streit zwischen Salzburg und Innsbruck über die 1427 vereinbarte Halbe-Halbe-Teilung der Zillertaler Bergbaugewinne auf. Und aus Ärger darüber zerstörten Salzburger Knappen etliche Tiroler Schmelzanlagen im Raum von Zell/Zeller. Zudem unterstrich der hochwillkommene Goldfund auf dem Rohrberg eine alte strategische Schwäche. Das Zillertal gehörte (bis 1803) zum unabhängigen Erzbistum Salzburg. Doch der einzige Fahrweg von der Bischofsstadt in das Zillertal führte durch bayrisches und tirolisches "Ausland".
Dies alles riet nun mit Nachdruck dazu, eine "inländische" Verbindung von Salzburg in das Zillertal herzustellen. So rückten 1630 plötzlich wieder alte Pläne ins Blickfeld, den einsamen 30 km langen Saumpfad von Wald im Pinzgau über den Gerlospaß nach Zell/Ziller zu einem "Fuhrweg" auszubauen. Auf diesem könnte das Golderz von Rohrberg und Hainzenberg über die Gerlos zu den leistungsfähigen Schmelzen in Mühlbach bei Bramberg und in Lend gekarrt werden.
In einem Jahr stellten an die 70 Arbeiter dieses 3,5 m breite Sträßchen soweit fertig, dass im Sommer 1631 eine vierspännige Kutsche die holprige Eröffnungsfahrt über die Gerlos schaffte. Über die Jahre zerstörten jedoch Hochwasser und Erdrutsche diese alte Gerlosstraße dermaßen, dass nur mehr ein Fußweg übrigblieb, der sogenannte "Ronachweg". Pläne einer Gebirgsbahn - von der neuen Inntal-Eisenbahn in Jenbach durch das Zillertal über die Gerlos nach Mittersill - im Jahre 1868 wurden ebenso verworfen wie der Vorschlag einer dringend erforderlichen Bahnlinie von Salzburg nach Innsbruck.
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